Biodiversitäts- und Klimaschutz verbinden: Das hat sich der „HOTSPOT28“ zur Aufgabe gemacht. Das Projekt kann nun auf der Insel Poel die erste Maßnahme umsetzen. Die beiden Landwirte Paul und Thomas Haß beweiden – mit finanzieller Unterstützung aus Projektmitteln – Salzwiesen entlang der westlichen Kirchsee mit ihren schottischen Hochlandrindern.
„Wir freuen uns, dass wir jetzt an unserem ersten praktischen Beispiel zeigen können, was wir unter anderem auf der Insel Poel vorhaben, um dem Verlust der biologischen Vielfalt entgegenzuwirken und die Effekte des natürlichen Klimaschutzes zu fördern. Schön, dass unsere Bemühungen und Kontakte zu den Landwirten hier vor Ort nun zum ersten Ergebnis geführt haben“, sagt Dr. Matthias Braun, Vorstand des Landschaftspflegevereins Dummersdorfer Ufer e. V. und Koordinator des „HOTSPOT28“.
Im Übergang zwischen Meer und Land werden Salzwiesen regelmäßig überflutet, wodurch sich eine einzigartige Vegetation sowie wichtige Brutgebiete herausbilden. Durch eine Beweidung mit Rindern können Flächen, die sich in einem schlechten Zustand befinden, sehr gut renaturiert und zu wichtigen Bruthabitaten von Wat- und Wasservögeln wie Rotschenkel, Austernfischer oder Kiebitze entwickeln sowie zu Böden auf denen spezielle Pflanzen wie Strand-Wegerich, Grasnelke oder Englisches Löffelkraut gedeihen können.
Paul Haß, gemeinsam mit seinem Vater Thomas Haß Landwirt im Nebenerwerb auf der Insel Poel, freut sich, dass er entlang der westlichen Kirchsee auf rund 13 Hektar durch die Beweidung mit seinen insgesamt 18 schottischen Hochlandrindern seinen Teil zum natürlichen Klimaschutz beitragen kann. „Wir wollen die naturnahe Bewirtschaftung unterstützen“, betont der 25-jährige.
Die Vereinbarung, die Paul und Thomas Haß im Rahmen des Projekts getroffen haben, läuft vorerst für drei Jahre, wie Caroline Oevermann, zuständig für den Agrarnaturschutz im „HOTSPOT28“ erläutert. Dann könne man sehen, inwieweit sich Flora und Fauna dort entwickelt haben. Alle Beteiligten hoffen, dass die Maßnahme nach Ablauf der drei Jahre verlängert werden kann. Das Projekt „HOTSPOT28“ läuft insgesamt sechs Jahre, bis September 2030.