In der Kussower Hutung entsteht im Rahmen des Projekts HOTSPOT28 – Natürlicher Klimaschutz im Norden wieder ein wertvoller Lebensraum für seltene Tier- und Pflanzenarten. Da sich die Flächen der Kussower Hutung vollständig in Besitz der Stiftung Umwelt- und Naturschutz Mecklenburg-Vorpommern (StUN M-V) befinden, lassen sich die Maßnahmen unkompliziert umsetzen. Das zeigt, wie wichtig Flächensicherung für die Naturschutzarbeit ist.
Vor einigen Jahrzehnten wurde auf der Fläche ein besonders artenreicher Magerrasen kartiert und unter Biotopschutz gestellt. Nachdem die regelmäßige Beweidung ausblieb, breitete sich nach und nach dichter Schlehenbewuchs aus. Der wertvolle Offenlandlebensraum verschwand zunehmend und mit ihm viele der spezialisierten Pflanzen- und Tierarten, die auf diesen nährstoffarmen Standort angewiesen sind.
Damit sich der Magerrasen wieder entwickeln kann, muss die Fläche zunächst sorgfältig vorbereitet werden. Dabei kommt ein außergewöhnlicher Helfer zum Einsatz: eine ferngesteuerte Forstraupe (Kettenraupe), die Moritz Fr 75.
Je nach Anbaugerät kann unser liebevoll genannter „Moritz“ unterschiedlichste Arbeiten übernehmen. In der Kussower Hutung bereitet die Maschine den Boden nach der Gebüschrodung so vor, dass sich unter der anschließenden Schafbeweidung wieder artenreiche Magerrasen etablieren können. Dank ihrer breiten Ketten verteilt sie ihr Gewicht besonders schonend auf den Untergrund und eignet sich deshalb hervorragend für empfindliche Naturschutzflächen. Ein weiterer Vorteil: Die steuernde Person kann sich frei im Gelände bewegen und die Arbeiten jederzeit aus der besten Perspektive begleiten.
Die Kussower Hutung ist weit mehr als eine einzelne Naturschutzfläche. Aufgrund ihres vielfältigen Reliefs beherbergt sie unterschiedliche Feucht- und Trockenbiotope und bildet damit eine wertvolle Oase der Artenvielfalt inmitten einer intensiv genutzten Agrarlandschaft. Als sogenanntes Trittsteinbiotop verbindet sie verschiedene Lebensräume miteinander und ermöglicht den genetischen Austausch zwischen Populationen. Dadurch können sich Arten langfristig besser an die Herausforderungen des Klimawandels anpassen.
Nach der Erstinstandsetzung wird die Fläche dauerhaft durch eine angepasste Schafbeweidung gepflegt. So entsteht Schritt für Schritt wieder ein artenreicher Magerrasen, der zahlreichen spezialisierten Pflanzen, Insekten und weiteren Tierarten einen wertvollen Lebensraum bietet.
Mit Maßnahmen wie dieser verbindet HOTSPOT28 Biodiversitäts- und Klimaschutz. Denn der Erhalt und die Wiederherstellung artenreicher Offenlandlebensräume stärken nicht nur die biologische Vielfalt, sondern machen unsere Landschaften auch widerstandsfähiger gegenüber den Folgen des Klimawandels.