Besuch aus Berlin: Bundesumweltminister Carsten Schneider war auf der Insel Poel zu Gast. Er machte sich persönlich ein Bild vom aktuellen Stand des HOTSPOT28. Dabei ließ er sich auch nicht von Schnee und frostigen Temperaturen abschrecken und zeigte sich beeindruckt von der Vielfalt der Seevögel, die hier selbst im tiefsten Winter beobachtet werden können. Darunter waren insbesondere Pfeif- und Stockenten, der Große Brachvogel und selbst ein Seeadler ließ sich blicken, was dank Ferngläser und Spektiv gut beobachtet werden konnte. Auch einige Kegelrobben, die sich auf Steinen, die aus dem Wasser ragen, ausruhten, zeigten sich. Und in den nächsten Monaten erwarten die Vogelwarte, die ab März wieder vor Ort sein werden, abermals tausende Sturmmöwen, denn auf dem Langenwerder brütet die größte Kolonie an der mecklenburgischen Ostseeküste. 2025 zählten die Ornithologen hier rund 3.500 Brutpaare.
Dabei interessierte sich der Bundesumweltminister dafür, wie die Bruthabitate der Seevögel verbessert werden können – z.B. durch die Beweidung der Vogelschutzinseln mit Schafen oder Ziegen. Auch die Beweidung der Salzwiesen mit Rindern trägt dazu bei, dass dort geeignete Brutplätze für Wiesenvögel wie Kiebitz, Rotschenkel oder Säbelschnäbler, entstehen. Zum Bruterfolg gehört auch, dass die Gelege vor Fressfeinden gesichert werden, weshalb im Rahmen des Projekts auch die Errichtung von fuchssicheren Weidezäunen geplant ist.
„Ich freue mich sehr, dass ich mir heute hier vor Ort ein Bild von der Arbeit im HOTSPOT28 machen konnte. Hier zeigt sich, dass Biodiversität und natürlicher Klimaschutz eine perfekte Verbindung bilden. Die Schutzgebiete an der Ostsee haben wir ganz besonders im Blick“, sagte Umweltminister Carsten Schneider.
Die enge Zusammenarbeit mit den Landwirten, denen die Flächen gehören oder die sie gepachtet haben, waren ebenso ein wichtiges Thema. Ohne deren Kooperation könnten keine Blühstreifen, Insektenwälle oder Feldvogelstreifen angelegt werden. „Bereits seit Jahren, schon bevor der HOTSPOT28 offiziell startete, tauschen wir uns mit den Landwirten in der Region konstruktiv aus“, betont Dr. Matthias Braun, Projektleiter und Vorstand des Landschaftspflegevereins Dummersdorfer Ufer e. V. – der Verein ist koordinierender Verbundpartner des HOTSPOT28.