Das Projekt „HOTSPOT28 – Natürlicher Klimaschutz im Norden“ hat sich zur Aufgabe gemacht, Biodiversitäts- und Klimaschutz zu verbinden, um den negativen Auswirkungen der Klimakrise und einem weiteren Verlust der biologischen Vielfalt entgegenzuwirken sowie die positiven Effekte des natürlichen Klimaschutzes zu fördern.
Der HOTSPOT28 ist 700 Quadratkilometer groß und reicht von der Hansestadt Lübeck in Schleswig-Holstein entlang der westmecklenburgischen Ostseeküste bis ins Salzhaff nach Rerik. Bis 2030 sollen 27 Maßnahmen im Projekt umgesetzt werden. Auf der Karte sind sämtliche Vorhaben der fünf Verbundpartner nummeriert. Einfach anklicken und informieren.
A-I - Zentrale Anlaufstellen Lübecker Bucht und Wismarbucht
Die zentralen Anlaufstellen des HOTSPOT28 in der Lübecker Bucht sowie das Büro auf der Insel Poel bzw. der geplante Prototyp einer Natura-2000-Station in der Wismarbucht sollen sowohl Projekt-Partnern, ehrenamtlichem Naturschutz als auch der Öffentlichkeit als Informations- und Austauschorte dienen, Kooperationen initiieren und Maßnahmen koordinieren. Zudem wird von hier aus die Öffentlichkeitsarbeit geplant und ausgeführt. Beide Stationen haben das Ziel einer langfristigen Sicherung der im Projekt geschaffenen Kooperationen sowie einer Verstetigung von Projekterfolgen.
A1 - Habitatverbesserung NSG-Inseln Kieler Ort und Walfisch
Das Ziel dieser Maßnahme besteht in der Regeneration von Graudünen- und Salzwiesenbereichen der Inseln Kieler Ort und Walfisch als Brut- und Rasthabitat für Küstenvögel, die Erhaltung als Standort weiterer, z.T. bedrohter Arten der Flora und Fauna sowie die Sicherung der vorkommenden Küstenökosysteme der Ostseeküste. Die Inseln Kieler Ort und Walfisch sind 60 bzw. 8 Hektar groß und liegen im Naturschutzgebiet.
Hier sollen verschiedene Methoden zur Zurückdrängung hochwüchsiger Vegetation (wie beispielsweise Kartoffelrose, Landreitgras, Schilf) erprobt werden – unter anderem durch Beweidung mit Schafen und Ziegen. Dabei sollen beweidungsempfindliche Strandstandorte mit größeren Stranddistel- und Meerkohlbeständen sowie die von schutzwürdigen Insektenarten besiedelten Salzwiesenbereiche und ggf. weitere schutzwürdige Zielarten und -lebensräume geschont werden. Um die Ziele zu erreichen, ist zudem angedacht, etwaig eingewanderte Prädatoren wie den Fuchs von den Inseln wieder zu entfernen.
A2 - Biotopmanagement und -sicherung NSG Insel Langenwerder
Im Rahmen eines Pilotprojekts zur Treibselnutzung, insbesondere von Seegras, soll der qualitative und quantitative Erhalt der Lebensräume und Bruthabitate im Naturschutzgebiet Insel Langenwerder erreicht werden. Dafür sollen zwei Materialdepots mit Seegras-Sand-Gemisch im Strand- und Vorstrandbereich aufgeschüttet werden, von denen die erodierenden Uferabschnitte über die natürliche Brandungsströmung mit Material versorgt werden. Hier ist außerdem vorgesehen, die bisher verwendeten, sandgefüllten Kunststoffsäcke durch Basaltsäcke zu ersetzen und eine Sicherungsdüne aufzubauen, die anschließend mit Strandhafer bepflanzt wird.
A3 - Habitatverbesserung und -sicherung Salzwiesen Wismarbucht
Die Sicherung und Verbesserung der Salzwiesen mit ihren naturnahen Lebensraumstrukturen, Pflanzen und Tierarten sowie der CO2-Speicherfunktion und als natürlicher Puffer zwischen Land und Meer ist bei dieser Maßnahme das Ziel.
Der Pflege- und Erhaltungszustand soll dabei durch geeignete Beweidung optimiert werden. Hierfür ist ein langfristiges Konzept zu erstellen, welches auch die wirtschaftliche Machbarkeit berücksichtigt. Im Rahmen dieses Konzepts werden mit den Eigentümer:innen zielführende Gespräche geführt, Pachtverträge entwickelt bzw. abgeschlossen und die Auflagen kontrolliert. Gegebenenfalls werden Flächen auch angekauft, um diese durch Partnerbetriebe möglichst optimal beweiden zu lassen.
A4 - Prädatorenschutz Bodenbrüter im gesamten HOTSPOT28
In verschiedenen Gebieten des HOTSPOT28 wird der Landschaftspflegeverein Dummersdorfer Ufer e. V. dafür sorgen, den Erhaltungszustand der Wiesenbrüterpopulationen zu verbessern. Maßnahme ist hier ein flexibles Prädationsmanagement. Dazu zählen vor allem Nestschutzmaßnahmen (Nestkörbe und Schutzzäune) und Bejagung (unter Einbeziehung lokaler Jäger). Ein regionales Prädatorenschutzkonzept soll daraus entwickelt werden, welches auch für die Zukunft wirken soll.
A5 - Habitatverbesserung/-erweiterung & Biotopmanagement Priwallwiese
Das Ziel der Maßnahme ist die Wiederherstellung des südlichen Priwalls als Wiesen- und Küstenvogelrefugium mit seinen Lagunen und Feuchtwiesenbereichen. Hierzu sollen nachhaltige Anpassungen der hydrologischen Verhältnisse durch die Verbesserung des Wasserrückhalts erfolgen und gleichzeitig ein besserer Zulauf von Salzwasser durch die Wegnahme alter Ringdeiche ermöglicht werden.
Im Rahmen der Planungsphase konnten bereits die Grundlagen für eine technische und biologische Planung mit Auswertung bestehender Daten zu Überstauungszeiten, zu Tier- und Pflanzenbeständen, die Erhebung nötiger Geländehöhendaten sowie die Untersuchung möglicher Maßnahmenvarianten zur Verbesserung der hydrologischen Verhältnisse geschaffen werden. Darüber hinaus soll im Randbereich der zentralen Wiese durch den Rückschnitt von Gehölzen, ein gestaffelter Waldrand entstehen und so das Brutgebiet für wiesenbrütende Watvögel ausgeweitet werden.
Zudem ist eine zielangepasste Mischbeweidung der gesamten Feucht- und Salzwiesenbereiche vorgesehen. Aufgrund der noch veränderten hydrologischen Verhältnisse ist hier u.a. der Einsatz von Wasserbüffeln, Schafen und Ziegen geplant. Die Büffel müssen beschafft und Weideinventar installiert werden. Maßnahmen zum passiven Prädatorenschutz (Zäunungen) sind durchzuführen.
A6 - Erweiterung bzw. Neuschaffung Vogelschutzinseln Pötenitzer Wiek
Die Flussmündung der Trave, das Trave-Ästuar, soll als Brutgebiet für Küstenvögel wie beispielsweise Möwen, Seeschwalben, Regenpfeifer und Austernfischer dauerhaft wiederhergestellt werden. Im Vorfeld konnte bereits erprobt werden, inwieweit dieses Vorhaben umgesetzt werden kann.
Folgende Arbeitsschritte sind vorgesehen:
A7 - Wiederherstellung von Söllen und sonstigen Kleingewässern
Ziel dieser Maßnahme ist die Wiederherstellung der ökologischen Funktionen von Söllen und sonstigen Kleingewässern in der Agrarlandschaft. Im Rahmen der Planungsphase konnten bereits Vorgespräche mit Landeigentümer:innen geführt sowie erste Kleingewässer und Gewässersysteme für die Umsetzung ausgewählt werden. Innerhalb der Umsetzungsphase sollen weitere Gewässer hinsichtlich einer Wiederherstellung untersucht und ausgewählt werden. Je nach Größe und Erhaltungszustand ist die Wiederherstellung von mindestens vier und bis zu acht Kleingewässern geplant. Folgende Maßnahmen sind vorgesehen: die (Teil-)Entbuschung, Entschlammung und der Rückbau von Entwässerungen sowie die Herstellung bzw. der Anschluss an einen Biotopverbund.
A8 - Habitaterweiterung, Biotopmanagement Graudünen Lübecker Bucht
Hier liegt der Fokus auf der Wiesen-Kuhschelle (Pulsatilla pratensis). Um diese seltene Pflanzenart bzw. den derzeit zweitgrößten Bestand in Norddeutschland zu schützen, soll der Lebensraumtyp Graudüne nachhaltig gesichert werden, da die Wiesen-Kuhschelle in Graudünen besonders gut gedeiht. Um das zu erreichen, sollen mehrere kleinere Graudünenrelikte zu wenigen, bewirtschaftungsfähigen Einheiten zusammengefasst und in ein zu entwickelndes Pflegemanagement mit Schafen und Ziegen einbezogen werden.
Nötig dafür ist die Beschaffung und Installation der Pflege-Infrastruktur (Weidezäune, Wasserwagen, Tränken etc.). Zudem sollen Gehölzbereiche mit überwiegend standortfremden Gehölzen gefällt und in Graudünen-Trockenrasen umgewandelt werden. Zusätzlich ist geplant, Bereiche mit überwiegend einheimischen Laubgehölzen (Eichen) zu Hutewäldern zu entwickeln.
A9 - Erweiterung und Optimierung angepasster Pflegebeweidung trockenwarmer Lebensräume/Traveförde/Grünes Band
Verortet wird diese Maßnahme an der Traveförde bzw. an den Steilufern der Trave, in Kiesgruben und im Bereich des „Grünen Bandes“. Er geht um Landschaftsbereiche mit gefährdeten Lebensraumtypen – wie z. B. strahlungsexponierte Steilhänge mit geringer Humusauflage – deren Fläche, Bestand und Qualität erheblich vergrößert werden soll.
Durch angepasste Beweidung soll hier die typische Biodiversität unterstützt und entwickelt sowie die Funktion des Bodens als CO2-Senke gefördert werden. Hierzu ist eine Aufstockung der Pflegekapazitäten (Viehbestand, Maschinenkapazitäten) sowie Weideinfrastruktur nötig.
A10 - Wiederherstellung von Moorbereichen um den Santower See
Die Maßnahme A10 ist nördlich von Grevesmühlen angesiedelt. Hier sollen verschiedene Moor- und Feuchtwiesenbereiche als artenreiche Landschaftsbestandteile der historischen Kulturlandschaft erhalten, wiederhergestellt und entwickelt werden. Dabei bestehen Verbindungen zum Gebiet der Kussower Hutung (Maßnahme B2) und über den Tarnewitzer Bach (A13) zur Wismarbucht. Vorgesehen ist die Umwandlung einer Pappelaufforstung hin zu einem standorttypischen Feuchtwald bzw. einer Feuchtwiese im Norden des Santower Sees sowie die Wiederherstellung eines verschilften und verbuschten Niedermoorstandortes.
A11 - Regeneration von Waldmooren
In der Endmoränenlandschaft rund um die Lübecker Bucht sind in ursprünglich abflusslosen Senken oftmals zahlreiche kleine Moorbereiche entstanden, die gerade in den Wäldern bis heute noch teilweise erhalten sind. Die meisten dieser Moore wurden jedoch durch Entwässerungsmaßnahmen in der Vergangenheit ökologisch stark entwertet. Das Ziel der Maßnahme ist daher die Wiederherstellung möglichst ursprünglicher hydrologischer Verhältnisse.
Konkret ist deshalb das Verschließen von Entwässerungsgräben geplant, um eine nachhaltige Regeneration der Waldmoore als bedrohte Lebensräume anzustoßen. Als Standorte für die Regenerationsmaßnahmen sind verschiedene Waldmoore im Lenorenwald (NWM) und dem Lauerholz (HL) vorgesehen.
A12 - Maßnahmen für bedrohte Vielfalt im Agrarbereich
Der landwirtschaftlich genutzte Raum soll hinsichtlich seiner möglichen Potenziale für die biologische Vielfalt ausgelotet und nachhaltig verbessert werden. Im Rahmen der Planungsphase wurde bereits gemeinsam mit Landwirten in der Region ein Maßnahmenkatalog entwickelt, u.a. zur Verbesserung der Strukturvielfalt, zur Implementierung einer zielgerichteten extensiven Beweidung von Salzwiesen sowie zur Sicherung und Förderung von Artenvielfalt in der Agrarlandschaft. Sowohl im Grünland als auch auf Ackerflächen sollen diese Maßnahmen nun hinsichtlich Umsetzbarkeit, Attraktivität für die Landwirte sowie Erfolg erprobt werden, um gemeinsam und auf freiwilliger Basis ein nachhaltiges und implementierbares Konzept bereitzustellen.
A13 - Maßnahmen für bedrohte Vielfalt im HOTSPOT28
Im gesamten Projektgebiet sollen noch vorhandene Einzelstandorte schutzwürdiger Vielfalt von Arten, Lebensräumen oder Landschaftselementen gesichert, erhalten und entwickelt werden. Im Rahmen der Planungsphase wurden in Abstimmung mit zahlreichen lokal engagierten Vereinen und Gruppen mögliche Maßnahmen und Standorte festgelegt, die im Projekt wiederhergestellt und optimiert werden sollen. Gegenstand entsprechender Vorhaben sind landschaftsprägende oder aufgrund ihrer Artenausstattung wertvolle Einzelstandorte, kleinflächige Lebensräume wie aufgelassene Kiesgruben, Moorwiesen, Quellen oder Bachmündungen in bedrohter Einzellage. Zudem sollen gezielt Populationen typischer, seltener oder gefährdeter Arten durch eine Anzucht außerhalb ihres natürlichen Lebensraums erhalten und gestärkt werden.
A14 - Vogelwartstation Kieler Ort
Die Insel Kieler Ort soll zu den Brut- und Zugzeiten der Zielvogelarten sicher vor existenziellen Störungen durch illegale Besucher:innen geschützt und gleichzeitig eine wetterunabhängige Station für das Monitoring der Entwicklung der Vegetation und der Fauna des Gebietes vorgehalten werden. Hierzu ist die Errichtung einer landschaftsgerechten Vogelwartstation auf dem Kieler Ort an einem gegenüber Hochfluten sicheren Standort vorgesehen. Im Rahmen der Planungsphase konnte die Zustimmung des Landeigentümers sowie der Gemeinde (Rerik) bereits eingeholt und Möglichkeiten sturmflutsicherer Standorte eruiert werden. Zudem wurden bereits vielfältige Vorabstimmungen mit Behördenvertretenden durchgeführt.
A15 - Betreuungsstation Schellbruch
Ziel ist es hier, die Betreuungsmöglichkeiten im Naturschutzgebiet Schellbruch an der unteren Trave bei Lübeck zu verbessern und öffentliche Veranstaltungen durchzuführen. Hierfür soll ein Bauwagen als Anlaufpunkt für die Öffentlichkeit sowie als Aufenthaltsort für Betreuende bereitgestellt werden. Darüber hinaus sollen in Kooperation mit anderen Interessierten verschiedene öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen im Schutzgebiet durchgeführt werden.
A16 - Betreuungsstation Pötenitzer Wiek
Die Seevogelinseln in der Pötenitzer Wiek sollen zu den Brut- und Zugzeiten der Zielvogelarten sicher vor existenziellen Störungen durch illegale Besucher:innen geschützt werden. Vorgesehen ist eine wetterunabhängige Betreuungsstation für das Monitoring der Vogelarten in dem Gebiet. Hierzu ist die Errichtung einer schwimmenden Vogelwartstation, die während der Brut- und Zugzeit (April–Oktober) in der Pötenitzer Wiek verankert ist, vorgesehen.
A17 - HOTSPOTBILDUNG
Die Bildungsarbeit spielt für die Umsetzung der Maßnahmen im HOTSPOT28 eine zentrale Rolle. Die Bildungsangebote werden unter dem Namen HOTSPOTBILDUNG vereint. Diese basieren auf den Grundprinzipien des Bildungskonzeptes „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (BNE) und deren Dreiklang „Entdecken – Begreifen – Handeln“. In den Angeboten sollen Berührungspunkte mit der heimischen Tier- und Pflanzenwelt geschaffen, Wirkungszusammenhänge zwischen Biodiversität und Klima und mit dem alltäglichen Handeln erfahr- und begreifbar gemacht sowie praktische Naturschutzaktivitäten gefördert und Menschen jeden Alters zum eigenen Handeln befähigt werden.
HOTSPOTBILDUNG bietet regelmäßige thematische Angebote sowie die gezielte individuelle Gestaltung von Angeboten für alle Zielgruppen an. Auf der digitalen Lernplattform (Link) finden sich zudem passende Selbst-Lern-Angebote für Menschen jeden Alters.
A18 - Naturerlebnisgelände Priwall
Ziel der Maßnahme ist die Erweiterung der Bildungsangebote zum natürlichen Klimaschutz mit der HOTSPOTBILDUNG auf dem Standort Naturwerkstatt Priwall. Zielgruppen sind sowohl Einheimische und Tourist*innen als auch Einzelbesuchende, Familien und Schul- bzw. Kitagruppen. Hierfür soll das Gelände der Naturwerkstatt aufgewertet und erweitert werden. Leitbild für die Gestaltung des Geländes ist die Darstellung und aktive Erlebbarkeit von Natur- und Klimaschutz im Rahmen eines naturnah gestalteten Flachküstenlebensraumes mit erlebbaren konkreten Biodiversitäts- und Klimaschutzprojekten vor Ort. Auf dem Gelände wird die HOTSPOTBILDUNG Seminare und Workshops für verschiedene Zielgruppen anbieten und ausleihbare Themen-Rucksäcke laden zum eigenständigen Erkunden des Geländes ein.
Weitere Infos zum Landschaftspflegeverein Dummersdorfer Ufer e. V. im Projekt HOTSPOT28 gibt es hier.
B1 - Salzhaff: Renaturierung und Schutz von Küstenbiotopen
Die Pepelower Wiesen sind ein Polder, dessen Deiche in den 1990ern geschlitzt wurden. Eine in der Planungsphase durch die Stiftung Umwelt- und Naturschutz in Auftrag gegebene Polderstudie zeigt aber noch erheblichen naturschutzfachlichen Verbesserungsbedarf auf. Die Torfe der Polder werden durch periodisch eindringendes Salzwasser nicht hinreichend feucht gehalten. Sie haben sich auch unter dem Einfluss von landseitig in den Polder einfließendes Süßwasser gebildet, das durch das bestehende Grabensystem durch den Polder durchgeleitet wird. Hier könnten Gräben angestaut werden, um die Moorschrumpfung wieder in ein Moorwachstum zu verwandeln. So würde zusätzlicher Kohlenstoff eingelagert und der Klimawandel gebremst. Gleichzeitig würde das Festland aufwachsen. Würde auch der Deich zurückgebaut, könnte dieser Aufwuchs durch den Eintrag von Sedimenten aus der Ostsee noch erhöht werden und so vielleicht mit dem Meeresspiegelanstieg mithalten.
Die Flächen, die auf absehbare Zeit trotz Meeresspiegelanstieg weiter bewirtschaftet werden können, sollen zu artenreichen Salzwiesen entwickelt werden. Da die Stiftung als Projektträger jedoch in den Pepelower Wiesen über sehr wenig Flächeneigentum verfügt, müssen die Maßnahmen in Zusammenarbeit mit Flächenbesitzern und -nutzern umgesetzt werden.
Außerdem setzt sich die Stiftung am Salzhaff für die Ausweisung eines Naturschutzgebietes ein, um eine rechtliche Handhabe bei Verstößen gegen die zwischen Naturschutzverbänden und -behörden sowie Wassersportlern ausgehandelte freiwillige Vereinbarung zu haben, die zum Beispiel eine wassersportliche Nutzung wichtiger Vogelrastgebiete ausschließt.
B2 - Kussower Hutung
Aufgrund des lebhaften, von der letzten Eiszeit geprägten Reliefs konnten sich in der Kussower Hutung nach Extensivierung der Nutzung viele unterschiedliche Feucht- und Trockenbiotope bilden. Damit ist die Hutung eine Oase der Artenvielfalt inmitten intensiv genutzter Agrarlandschaft. Als sogenanntes Trittsteinbiotop ermöglicht sie den genetischen Austausch zwischen verschieden Populationen einer Art und ermöglicht so eine bessere Anpassung von Arten an die Herausforderungen des Klimawandels.
Zentral für den Erhalt des wertvollen Biotopmosaiks ist die Beweidung bzw. Mahd, da die Flächen sonst verbuschen würden. Dort, wo bereits übermäßig viele Gehölze aufgekommen sind, werden diese entfernt. Durch den Bau von Zäunen bzw. Pferchen soll eine regelmäßige Beweidung etabliert werden. Ähnlich wie Wald können auch Grasländer der Atmosphäre Kohlenstoff entziehen, der vor allem unterirdisch in Wurzeln und abgestorbenen Pflanzenteilen gespeichert wird.
Durch Kappung einer noch vorhandenen Drainageleitung soll verhindert werden, dass Wasser schnell aus einem kleinen Kesselmoor abgeführt wird. Das Moor wirkt dann als Puffer für den Gebietswasserhaushalt und kann mehr Kohlenstoff binden.
B3 - Grünes Band zwischen Wakenitzniederung und Palinger Heide
Das Grüne Band ist in diesem Abschnitt durch eine große Vielfalt von Biotoptypen – vom Moor bis zum Trockenrasen – geprägt. Aufgrund der Nähe zur Hansestadt Lübeck herrscht hier im Grünen Band ein hoher Nutzungsdruck. Gleichzeitig ist die Nähe zur Großstadt aber auch das Potenzial dieser Flächen, da die meisten Besuchende und Anwohnende hier gerade wegen der Schönheit der Landschaft spazieren bzw. wohnen. Daher ist ein Schwerpunkt der Maßnahmen in diesem Bereich, die Natur erlebbar zu machen und Menschen zu gewinnen, die sich für den Erhalt der Flächen einsetzen oder beim Monitoring unterstützen. Interessierte können sich gerne bei uns melden.
Denn auch in der Wakenitzniederung und der Palinger Heide soll, wie an anderen Stellen im Grünen Band, eine halboffene Landschaft als Wanderungskorridor für unterschiedlichste Arten entwickelt bzw. erhalten werden, so dass die Artengemeinschaften insgesamt widerstandsfähiger gegen den Klimawandel werden. Bei der Pflege setzt die Stiftung auch hier auf extensive Beweidung als tierfreundlichere und klimaschonendere Art der Fleischproduktion.
B4 - Jassewitzer Busch
Die Stiftung Umwelt und Naturschutz Mecklenburg-Vorpommern will den Kopfhainbuchenwald im Jassewitzer Busch als Relikt historischer Niederwaldnutzung erhalten und erlebbar machen. Dazu wird eine Instandsetzungspflege von ca. 700 Bäumen durchgeführt und junge Bäume in die Pflege einbezogen, die aufgrund natürlicher Verjüngung oder Pflanzung hier wachsen.
Da ein Großteil des Holzes, das bei der Pflege anfällt, im Wald verbleibt und auch die Kopfhainbuchen nicht gefällt werden, sondern am Ende ihres Nutzungszyklusses langsam absterben, reichert sich im Wald eine Menge stehendes und liegendes Totholz an, das spezialisierte und in unseren stark genutzten Forsten selten gewordene Tiere anzieht und als Kohlenstoffspeicher auch das Klima schützt.
In einer Reihe von umweltpädagogischen oder kulturellen Veranstaltungen soll das vergessene Kleinod wieder in das regionale Gedächtnis geholt werden. In den instandgesetzten Flächen entsteht ein Waldlehrpfad, der über verschiedene Formen der Waldwirtschaft und den Wald als Kohlenstoffsenke informiert.
B5 - Dassower Ufer im Grünen Band
Die Stiftung Umwelt- und Naturschutz Mecklenburg-Vorpommern besitzt eine Reihe von Flächen im Grünen Band am Dassower See. Ziel ist die Schaffung einer halboffenen Weidelandschaft, um hier die Funktion des Grünen Bandes als Wanderkorridor für Tiere und Pflanzen zu erhalten. Durch die Möglichkeit zum genetischen Austausch zwischen den verschiedenen Biotopen können sich Arten besser an die Veränderungen des Klimas anpassen.
Die Pflege der Flächen durch Beweidung oder Mahd wird dadurch erschwert, dass die Flächen der StUN M-V mit oft nur 40 m Breite äußerst schmal und nicht zusammenhängend sind. Zur Verbesserung der Bewirtschaftbarkeit werden im Rahmen des Projektes HOTSPOT28 – Natürlicher Klimaschutz im Norden daher folgende Maßnahmen umgesetzt:
Über den Beitrag zum Artenschutz hinaus ist die extensive Weidewirtschaft ressourcenschonender als die moderne Art der Fleischproduktion und trägt somit zum Klimaschutz bei.
Auf den Eigentumsflächen der Stiftung sind die Mündungen vieler kleiner Gewässer verrohrt. Durch die Öffnung der Verrohrung wird die vielfältige Landschaft im Grünen Band um Fließgewässerbiotope erweitert. Im Wasser gebundene Nährstoffe können durch die Selbstreinigungskräfte der Gewässer gefiltert bzw. abgebaut werden. Angesichts des Klimawandels wird durch solche Maßnahmen der Wasserhaushalt stabilisiert: Das Wasser bleibt länger in der Landschaft, da es teilweise in den Boden versickern kann.
Weitere Infos zur Stiftung Umwelt- und Naturschutz M-V im Projekt HOTSPOT28 gibt es hier.
C1 - Schutz der Meeressäuger in der Wismarbucht und Lübecker Bucht
Besonders die unverbaute Küste der Mecklenburger Bucht – das Grüne Band entlang der Ostseeküste – ist angestammter Lebensraum der Kegelrobben. Aufgrund der fast 100jährigen Abwesenheit der Tiere führt die Rückkehr des größten Säugetiers der Ostsee zu Konflikten mit Strandbesucher:innen und Tourismus. Essenziell – besonders für das Überleben der Jungtiere – ist ein störungsfreier Liegeplatz. Robben stehen dabei als erlebbare Vertreter für alle Meeressäuger.
Im Projektzeitraum sollen bei Gemeinden und öffentlichen Einrichtungen Informationen und Ausrüstungen zum Umgang mit Robben neu etabliert werden. Ein Netzwerk geschulter Helfer:innen soll errichtet werden. Gemeinden im Gebiet des Hotspots sollen Partner des Robbennetzwerkes werden.
C2 - Naturerlebnis Grünes Band
Entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze reihen sich besonders wertvolle Biotope wie Perlen einer Kette aneinander. Von der erzwungenen Ruhe und Abgeschiedenheit profitierten viele bedrohte Arten, die anderswo kaum mehr vorkommen. Das Grüne Band ist der mit 1.400 km Länge der mit Abstand längste Biotopverbund Deutschlands. Darüber hinaus ist das Grüne Band auch ein Ort bewegter Geschichte. Es erinnert als lebendiges Mahnmal einerseits eindringlich an die Teilung Deutschlands andererseits an die friedliche Wiedervereinigung von 1989.
Wegen dieser Bedeutung wird das Grüne Band zurzeit als Nationales Naturmonument ausgewiesen. In Thüringen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Hessen sind diese besonderen Schutzgebiete bereits deklariert. Während des Projektes soll das Ausweisungsverfahren in MV durch das zuständige Ministerium abgeschlossen werden. Dabei besteht ein besonderer Bedarf für aufklärende Maßnahmen und eine naturschutzgerechte Entwicklung. In diesem Zusammenhang möchte der BUND MV in der Wakenitzniederung einen Erlebnispfad errichten, welcher sowohl die Biodiversität als auch das historische Erbe im Grünen Band erlebbar macht. Weitere Themen des Naturschutzes und der Geschichte sollen als Wanderausstellung sowie bei Exkursionen und Vorträgen vertieft werden.
Weitere Infos zum BUND MV im Projekt HOTSPOT28 gibt es hier.
D1 - Verbesserung der Naturbeobachtungsmöglichkeiten
Die Gemeinde des Ostseebads Insel Poel beteiligt sich im Rahmen des überregionalen Verbundprojekts HOTSPOT28 aktiv an der Entwicklung und Verbesserung der Naturbeobachtungsmöglichkeiten auf der Insel Poel. Ziel ist es, durch gezielte Maßnahmen sowohl den Zugang zur Natur als auch das Bewusstsein für deren Schutz und Erhalt zu fördern. Konkret sollen im Projektverlauf mehrere Beobachtungsorte geschaffen werden, darunter barrierearme Aussichtsplattformen. Diese dienen einerseits dem Naturerlebnis, andererseits als Kommunikationspunkte für die verschiedenen Maßnahmen und Vorhaben der Verbundpartner.
Die neuen Einrichtungen sollen eine doppelte Funktion erfüllen: Sie verbessern die Infrastruktur für Besucherinnen und Besucher und leisten gleichzeitig einen Beitrag zur sozioökonomischen Entwicklung der Region, um Verständnis und Akzeptanz für Naturschutzmaßnahmen zu stärken. Zusätzlich ist vorgesehen, das Projekt durch Kunst im öffentlichen Raum zu ergänzen, wie mit einer Skulptur einer Robbe in Gollwitz. Diese soll sowohl auf die Bedeutung mariner Lebensräume aufmerksam machen als auch als identitätsstiftendes Element der Insel dienen.
Langfristig verfolgt die Gemeinde das Ziel, eine nachhaltige Verknüpfung von Naturschutz, Umweltbildung und Tourismus zu etablieren, die nicht nur dem Naturerhalt dient, sondern auch neue Impulse für die regionale Entwicklung setzt. Es sind 4 Aussichtsplattformen auf der Insel Poel vorgesehen:
1. Gollwitz mit Blick auf die Vogelschutzinsel Langenwerder
2. Nördlich vom Reetmoor
3. Brandenhusen mit Blick auf den Faulen See/Rustwerder
4. Hinterwangern mit Blick auf den Faulen See/Rustwerder
Weitere Infos zur Gemeinde Ostseebad Insel Poel im Projekt HOTSPOT28 gibt es hier.
E1 - Wir für die Natur - Akzeptanz von Regeln in Schutzgebieten
Das Lübsche Teilprojekt heißt Wir für die Natur und ist eine sozioökonomische Maßnahme. Das bedeutet, Förderung und Schutz der Natur erfolgen unter Berücksichtigung sozialer Interessen der Menschen. Konkret gesagt untersuchen wir, warum sich das Verhalten der Besucher:innen in Schutzgebieten nicht verbessert, obwohl es schon zahlreiche Bemühungen sowie Aufklärung gab.
Im Projektgebiet vermerken wir folgende Belastungen für die Tiere und die Natur: Spaziergänge mit unangeleinten Hunden, das Verlassen der Wege, das Hinterlassen von Abfall sowie das Picknicken und Baden an Wasserufern.
Wir erforschen die Gründe dafür und entwickeln wir neue Maßnahmen. Diese Maßnahmen werden regelmäßig überprüft und bei Bedarf angepasst. Begleitet werden wir von einem Büro für Umweltpsychologie und bauen auch Erkenntnisse der Kognitions- sowie Kommunikationsforschung ein. Unsere Methoden entfernen sich von einem Übermaß an Fakten und Informationen. Sie richten sich stattdessen nach den Fähigkeiten sowie Bedürfnissen der Zielgruppe.
Damit das Naturschutzgebiet weniger belastet wird und die Einwohner:innen dennoch eine attraktive Naherholung haben, planen wir eine Erholungslandschaft im angrenzenden Landschaftsschutzgebiet. Außerdem suchen wir nach Möglichkeiten in diesem Gebiet eine Freilauffläche für Hunde einzurichten – dafür brauchen wir allerdings die Zustimmung von Flächeneigentümer:innen.
Solche willkommenen Alternativen sollen zusammen mit weiteren Maßnahmen empfindliche Ökosysteme schützen und damit einen Beitrag zum Natürlichen Klimaschutz leisten.
Weitere Infos zur Hansestadt Lübeck im Projekt HOTSPOT28 gibt es hier.
Was passiert aktuell im HOTSPOT28? Welche Vorhaben werden umgesetzt? Welche Fortschritte können die fünf Mitglieder im Verbund vermelden? Die News geben einen guten Überblick – mit regelmäßigen Updates!
Im Jassewitzer Busch bilden rund 800 Kopfhainbuchen eine märchenhafte Waldkulisse ...
Die Stiftung Umwelt- und Naturschutz strebt für ihre Flächen im Grünen Band die Entwicklung und Erhaltung einer halboffenen extensiv genutzten…
Die Hansestadt Lübeck hat im Naturschutzgebiet Dummersdorfer Ufer drei neue Informationstafeln aufgestellt …
Besuch aus Berlin: Bundesumweltminister Carsten Schneider war auf der Insel Poel zu Gast …
We love Ehrenamt: Unter diesem Motto können Vereine aus der Region derzeit auf dem Lübecker Weihnachtsmarkt …
Egal ob im Moor, im Wald oder an der Ostsee – überall zeigt sich: Wenn Menschen gemeinsam handeln, kann ...
Um die Aufgaben, Maßnahmen und Ziele des Projekts HOTSPOT28 zu verstehen, haben wir hier einige wichtige Fragen und Antworten mit dem Schwerpunkt Natürlicher Klimaschutz zusammengestellt. Wenn Sie mehr wissen wollen, finden Sie hier Ihre Ansprechpersonen.
Das Projekt „HOTSPOT28 – Natürlicher Klimaschutz im Norden“ will Biodiversitäts- und Klimaschutz verbinden, um den negativen Auswirkungen der Klimakrise entgegenzuwirken sowie die positiven Effekte des natürlichen Klimaschutzes zu fördern. Das Gebiet des „HOTSPOT28“ – eines von bundesweit 30 – ist 700 Quadratkilometer groß und reicht von der Lübecker Bucht bis nach Rerik in Mecklenburg-Vorpommern. Noch heute finden sich in diesen Küstenbereichen wichtige Bestände typischer Ostseelebensräume, die für die Zukunft bewahrt und optimiert werden sollen. Zu den weiteren Projektzielen zählen die Verbesserung der Habitateigenschaften von Agrarflächen und Kleingewässern sowie die Wiederherstellung von artenreichen Kulturlandschaftselementen. Zudem sollen möglichst viele Menschen begeistert werden, sich für den Naturschutz zu interessieren und zu engagieren. Die projektbezogenen Maßnahmen sehen entsprechend vor, dass die Resilienz der Ökosysteme und Populationen in Anbetracht des Klimawandels gestärkt und einer vielfältigen Tier- und Pflanzenwelt in der Landwirtschaft mehr Raum gegeben wird.
Zentrale Anlaufstellen in der Lübecker Bucht und auf der Insel Poel sollen für Projektmitglieder, dem ehrenamtlichen Naturschutz sowie allen Interessierten als Informationsorte und zum Netzwerken zur Verfügung stehen. Die Laufzeit des Projekts beträgt sechs Jahre, bis September 2030.
Koordiniert wird der „HOTSPOT28“ vom Landschaftspflegeverein Dummersdorfer Ufer e. V., zum Verbund gehören außerdem der BUND Mecklenburg-Vorpommern e. V., die Stiftung Umwelt- und Naturschutz MV, die Gemeinde Ostseebad Insel Poel und die Hansestadt Lübeck.
Im Rahmen des Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz (ANK) wird das Projekt durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) gefördert und kofinanziert durch das Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie Mecklenburg-Vorpommern (LUNG) mit Mitteln des Ministeriums für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt Mecklenburg-Vorpommern (LM MV) sowie durch das Ministerium für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur Schleswig-Holstein (MEKUN).
Das „Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz“ (ANK) ist ein Förderprogramm der deutschen Bundesregierung, das 2023 ins Leben gerufen wurde. Es zielt darauf ab, den Klimaschutz durch den Erhalt und die Wiederherstellung natürlicher Ökosysteme zu stärken. Die Natur an Land und im Meer soll besser geschützt werden, und dazu beitragen die Klimaschutzziele zu erreichen. Die Land- und Forstwirtschaft soll nachhaltiger werden und mehr Raum lassen für eine vielfältige Tier- und Pflanzenwelt auf den bewirtschafteten Flächen.
Im Mittelpunkt stehen Maßnahmen zum Schutz von Mooren, Wäldern, Auen, Meeren und Böden, da diese wertvolle Kohlenstoffspeicher sind. Das Programm wird vom Bundesumweltministerium (BMUKN) umgesetzt. Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) koordiniert die Umsetzung von Fördermaßnahmen in Zusammenarbeit mit verschiedenen Partnern wie Projektträgern, Förderbanken, Bundesländern und weiteren Fachinstitutionen.
Neben dem Klimaschutz verfolgt das ANK auch Ziele des Biodiversitätsschutzes. Es unterstützt unter anderem Kommunen, Landwirte und Naturschutzorganisationen bei konkreten Projekten. Damit soll auch die Lebensqualität für Menschen verbessert und die Anpassung an den Klimawandel gefördert werden. Das Programm ist Teil der deutschen Klimaschutzstrategie und trägt zur Erreichung der Klimaneutralität bei.
Natürlicher Klimaschutz bezeichnet Maßnahmen, die den Klimawandel durch den Schutz und die Wiederherstellung natürlicher Ökosysteme bekämpfen. Wälder, Moore, Grasländer und Ozeane speichern zum Beispiel große Mengen Kohlenstoff und tragen so zur Reduktion von Treibhausgasen und damit zum Klimaschutz bei. Durch Aufforstung und Renaturierung kann Biodiversität erhalten oder besser noch gefördert werden und damit auch ihre wichtigen Ökosystemfunktionen, die unsere menschliche Lebensgrundlage sind, erfüllen. Durch Vernetzung der Lebensräume wird zudem die Wanderung von Arten und der Genaustausch ermöglicht. So wird die Resilienz der Ökosysteme gegen die Folgen des Klimawandels erhöht. Intakte Ökosysteme wirken zudem als Puffer gegen Klimafolgen wie Überschwemmungen oder Dürren. Diese Art des Klimaschutzes ist oft kostengünstiger und langfristig wirksamer als rein technische Lösungen. Voraussetzung ist jedoch, dass solche Maßnahmen ökologisch sinnvoll und sozial gerecht umgesetzt werden.
Biodiversität, auch biologische Vielfalt genannt, beschreibt die Vielfalt des Lebens auf der Erde. Sie umfasst dabei die Artenvielfalt, deren genetische Vielfalt sowie die Vielfalt von Ökosystemen. Kurz gesagt, es ist die Vielfalt aller Lebewesen und ihrer Wechselwirkungen. Jede Art hat bestimmte Funktionen im Ökosystem, z. B. für die Bestäubung, als Nahrungsquelle oder im Zersetzungsprozess.
Eine hohe Biodiversität sorgt für stabile und widerstandsfähige Ökosysteme, die lebenswichtige Leistungen wie sauberes Wasser, fruchtbare Böden und Luftreinhaltung für alle Lebewesen auf der Erde erbringen. Der Verlust der Biodiversität, etwa durch Umweltverschmutzung, Klimawandel oder Lebensraumzerstörung, wird schwerwiegende Folgen für Natur und Mensch haben. Deshalb ist der Schutz und die Förderung der biologischen Vielfalt eine zentrale Aufgabe des Umwelt- und Naturschutzes.
In der Region um Lübeck gibt es mehrere bedeutende Naturräume, die einen wichtigen Beitrag zum natürlichen Klimaschutz leisten. Der Lübecker Stadtwald ist z. B. deutschlandweit für seine naturnahe, nachhaltige Bewirtschaftung bekannt und leistet damit einen bedeutenden Beitrag als natürlicher CO₂-Speicher und grüne Lunge der Stadt. Die Wakenitz-Niederung mit ihren Moor- und Feuchtgebieten speichert große Mengen an Kohlenstoff und bietet Lebensraum für viele wichtige Arten. Ein Schutz dieses Lebensraumes trägt damit auch zum Schutz der Arten bei. An der Ostseeküste leisten das Brodtener Steilufer, die Trave-Mündung und die Küstenbereiche um Travemünde einen wichtigen Beitrag zum natürlichen Küsten- und Klimaschutz. Besonders die Salzwiesen und Flachwasserzonen bei Travemünde sind bedeutende CO₂-Speicher und bieten Lebensraum für zahlreiche, teils seltene Vogelarten wie Kiebitz, Rotschenkel, Bekassine und Rohrweihe. Auch das Dummersdorfer Ufer, ein geschütztes Steilufergebiet an der Untertrave, ist ökologisch besonders wertvoll: Hier brüten gefährdete Arten wie Neuntöter, Sperbergrasmücken und sogar der seltene Wendehals. Zudem speichern die ausgedehnten ungedüngten Weiden und Trockenrasen große Mengen Kohlenstoff im Wurzelhorizont.
Besonders wertvolle Biotope reihen sich zudem entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze wie Perlen einer Kette aneinander. Von der erzwungenen Ruhe und Abgeschiedenheit profitierten viele bedrohte Arten, die anderswo kaum mehr vorkommen. Das Grüne Band ist der mit 1.400 km Länge der mit Abstand längste Biotopverbund Deutschlands. Darüber hinaus ist das Grüne Band auch ein Ort bewegter Geschichte. Es erinnert als lebendiges Mahnmal einerseits eindringlich an die Teilung Deutschlands aber auch an die friedliche Wiedervereinigung von 1989. Wegen dieser Bedeutung wird das Grüne Band zurzeit als Nationales Naturmonument gesichert. In Thüringen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Hessen sind diese besonderen Schutzgebiete bereits ausgewiesen. Während des Projektes „HOTSPOT28“ soll das Ausweisungsverfahren in MV durch das zuständige Ministerium abgeschlossen werden.
Die Wismarbucht, die Ufer der Insel Poel und das Salzhaff zeichnen sich durch die Eigenart und Vielfalt ihrer artenreichen Natur aus. Die marinen Lebensräume und Küsten werden von typischen Pflanzenarten und wildlebenden Tieren besiedelt. In den ausgedehnten Flachwassergebieten breiten sich Seegraswiesen aus, gut geschützte Lebensräume für viele verschiedene Meerestiere wie Muscheln, Schnecken und Krebstiere. Heringe und andere Fischarten laichen und verbringen ihre Jugend hier. Die windgeschützten Buchten mit den anschließenden Salzwiesen stellen einen besonderen Anziehungspunkt für eine große Anzahl an Wat- und Wasservögeln dar. Sie sind wichtige Lebensräume für zahlreiche Vogelarten, darunter Seeadler, Möwen und Schwäne. In den Flachwasserzonen und Schilfgürteln leben zudem Reiher, Haubentaucher, Blässhühner und viele verschiedene Entenarten. Während der Zugzeiten rasten zehntausende Gänse, darunter Grau- und Blässgänse, nordische Singschwäne sowie Kraniche in der Region.
Die Salzwiesen und Windwatten bieten Nahrung und Schutz für seltene Watvögel wie Alpenstrandläufer, Brachvögel, Pfuhlschnepfen, Rotschenkel, Austernfischer, Säbelschnäbler, Kiebitze oder Sandregenpfeifer…
Die Insel Poel begeistert darüber hinaus mit einer abwechslungsreichen Küstenlandschaft aus Steilküsten, Naturstränden und Dünen. Besonders wertvoll sind die Naturschutzgebiete, die seltene Pflanzen- und Tierarten beherbergen. Besonders erwähnenswert sind die Vogelschutzinseln Walfisch, Langenwerder und Kieler Ort, die Bruthabitate u.a. für Zwerg-, Brand- und Küstenseeschwalben, Eiderenten, Mittelsäger, Grau- und Brandgänse, Sturmmöwen sowie Austernfischer sind. Die Brutbestände von Mittelsägern, Eiderenten, Sturmmöwen, Säbelschnäblern und Brandseeschwalben sind die größten der deutschen Ostseeküste.
Eine Besonderheit ist die Insel Lieps, eine flache Untiefe, die nur einige Zentimeter aus dem Wasser ragt. Seit etwa zehn Jahren ist sie wichtiger, überregionaler Ruheort für Kegelrobben, die in der Wismarbucht vor etwa 100 Jahren ausgerottet wurden und nun aus der nördlichen Ostsee an ihre angestammten Plätze zurückkehren. Wenn die Fische zum Laichen in die Bucht kommen, kann man an manchen Tagen mehr als 100 Tiere – Seehunde und Kegelrobben – dort sehen. Wichtig ist, mit Wasserfahrzeugen einen ausreichenden Abstand von 500 m zu halten, um die Tiere nicht zu stören.
Salzwiesen sind Küstenlebensräume, die regelmäßig vom Meerwasser überflutet werden und sich im Übergangsbereich zwischen Land und Meer gebildet haben. Sie entstehen vor allem in flachen Küstenzonen, wie an der Nord- und Ostsee, und sind geprägt durch salzverträgliche Pflanzen. Diese können durch besondere Fähigkeiten trotz des salzhaltigen Bodens überleben. Salzwiesen speichern große Mengen an Kohlenstoff im Boden und leisten damit einen wichtigen Beitrag zum natürlichen Klimaschutz. Gleichzeitig sind sie Lebensraum und Brutgebiet für viele seltene Vogelarten wie Austernfischer, Rotschenkel oder Uferschnepfen. Salzwiesenpflanzen verhindern durch ihre Wurzeln Bodenerosion, gleichzeitig bewirken sie durch Sedimentation in ihrer Grasnarbe sogar eine allmähliche Landerhöhung und tragen damit zum Küstenschutz bei. Sie wirken dabei wie natürliche Pufferzonen: Sie schützen das Hinterland vor Sturmfluten, filtern Nährstoffe aus dem Wasser und verbessern so die Wasserqualität. Aufgrund ihrer ökologischen Bedeutung stehen viele Salzwiesen heute unter Naturschutz. Sie sind ein gutes Beispiel dafür, wie wertvoll natürliche Küstenökosysteme für Mensch und Natur sind.
Moore sind besonders wichtige Ökosysteme für den Klimaschutz, da sie große Mengen an Kohlenstoff im Boden speichern – mehr als alle Wälder der Erde zusammen. Wenn Moore jedoch entwässert oder zerstört werden, z. B. für die intensive landwirtschaftliche Nutzung, setzen sie diesen gespeicherten Kohlenstoff in Form von CO₂ frei und tragen damit erheblich zum Klimawandel bei. Durch die Renaturierung – also die Wiedervernässung trockengelegter Moore – kann dieser Prozess gestoppt und sogar umgekehrt werden. Intakte Moore nehmen CO₂ aus der Atmosphäre auf und binden es langfristig. Zusätzlich fördern sie die Artenvielfalt, da viele spezialisierte Tier- und Pflanzenarten nur in Mooren überleben können. Moore wirken auch wie natürliche Wasserspeicher: Sie puffern Starkregen ab, speichern Wasser in Dürrezeiten und verbessern die Wasserqualität. Außerdem tragen sie zur Kühlung der Umgebung bei. Die Renaturierung von Mooren ist daher eine der effektivsten und zugleich kostengünstigsten Maßnahmen für den Klima- und Naturschutz.
Wir wollen informieren, einen Beitrag zur Bewusstseinsbildung für natürlichen Klimaschutz leisten und das gemeinsame Engagement unterstützen und stärken. Deshalb richten wir im Projekt unseren Fokus auf entsprechende Bildungsangebote und wollen Akteure, die sich bereits im Gebiet des HOTSPOT28 oftmals ehrenamtlich für die Natur einsetzen, sichtbar machen.
Natürlicher Klimaschutz bezeichnet Maßnahmen, die den Klimawandel durch den Schutz und die Wiederherstellung …
mehrDie Bildungsarbeit spielt für die Umsetzung der Maßnahmen im HOTSPOT28 eine zentrale Rolle …
mehrIm Projektgebiet des HOTSPOT28 gibt es eine Vielzahl an Akteuren, die sich für mehr Biodiversität und natürlichen Klimaschutz einsetzen …
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